➤ Der Fokus von J. MÜLLER
Wir bemühen uns stetig, umweltschädliche Emissionen sowie Verbräuche von wichtigen Ressourcen zu reduzieren, damit wir die Umweltbeeinträchtigungen so niedrig wie möglich halten.
Folgende Umweltaspekte haben wir ermittelt:
Zum Managementsystem
(GRI 2-27, GRI 3-3) Die Verantwortung für Umweltschutz beginnt bei der Unternehmensführung. Die Verantwortlichen der einzelnen Geschäftsbereiche legen Ziele für ihre Bereiche fest – in Abstimmung mit der Unternehmensführung. Soweit möglich, bestimmen sie quantitative Ziele.
Zur Umsetzung erarbeiten die Bereiche Programme mit konkreten Maßnahmen und Verantwortlichkeiten. Verantwortlich für Umsetzung und Wirksamkeitskontrolle sind die Leiter der einzelnen Abteilungen. Die Umweltbeauftragte nimmt Meldungen über Umsetzung und Wirksamkeit von den Abteilungsverantwortlichen entgegen. Sie dokumentiert und aktualisiert den Ziel- und Maßnahmenplan.
Unser Umweltmanagementsystem erfüllt die Anforderungen folgender Normen:
ISO 14001 / ISO 50001
Timo Schröder, Sachgebietsleitung Elektrotechnik/Technik
„Es ist wichtig, den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten, um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen. Durch effiziente Nutzung von Energie können wir dazu beitragen, nachhaltiger zu leben.“
Für den Fokus Umwelt und Energie heißt das: In der Regel kommt das Team alle vier Wochen zusammen und bespricht aktuelle Themen mit Bezug auf Maßnahmen und Ziele. Diese Abteilungen nehmen teil
→ die Umweltmanagementbeauftragte und der Energiemanagementbeauftragte mit Unterstützung der technischen Abteilung
→ das Facility Management
→ die technische Leitung
Fokus: Energiemanagement
(GRI 302-1) Energieverbrauch Brake und Bremen:
(GRI 302-1, GRI 303-3) Energieverbrauch gesamt:
Umrechnungsfaktoren
Diesel: l in kWh 9,96. Gas: m³ in kWh 9,77. Heizöl: l in kWh 10,9. Strom: 1. Fernwärme: 1.
Quelle: Bundesamt für Wirtschaft & Ausfuhrkontrolle (Stand 2020)
(GRI 302-1, GRI 302-3, GRI 305-2) Stromverbrauch in Brake und Bremen:
J. MÜLLER verbraucht bei der Erbringung seiner Dienstleistungen Energie und verursacht Emissionen. Wir tragen die Verantwortung, möglichst effizient mit dieser Energie umzugehen. Je nach Unternehmensbereich können wir die Verbräuche mal mehr, mal weniger (→ Beispiel Diesel) beeinflussen. Verschiedene Faktoren beschränken unseren Handlungsspielraum. Das liegt daran, dass unser Energiebedarf stark von den Gütern abhängt, die wir umschlagen. Wenn wir mehr Masse umschlagen, heißt das nicht zwingend, dass wir mehr Energie verbrauchen.
Wir messen und bewerten die Energieverbräuche gemäß des Standards ISO 50001:2018.
(GRI 302-3, GRI 305-1, GRI 305-4) Blick in die Zahlen: Energieverbrauch beim Umschlag am Beispiel Diesel
Umrechnungsfaktor Diesel in CO₂: 2,64
Quelle: Bundesamt für Wirtschaft & Ausfuhrkontrolle (Stand 2020)
Dieses Beispiel zeigt, wie schwankend unsere Dieselverbräuche pro Jahr sind. Denn der Dieselverbrauch hängt von der Produktgruppe und dem Produktmix ab. Für die Produktgruppe Eisen oder Stahl nutzen wir beispielsweise Großgeräte, die dieselbetrieben sind. Verändert sich in dieser Gruppe der Umschlag oder der Produktmix, spiegelt sich das auch in den Verbräuchen wider. Zudem stellt die Ermittlung spezifischer Verbräuche eine große Herausforderung dar. J. MÜLLER arbeitet an der Verbesserung der Datenbasis.
(GRI 3-3) Auch zu sehen ist: Der Energieverbrauch schwankt im Vergleich des Berichtszeitraums 2021 bis 2023. Äußere Umstände wie beispielsweise volatile Märkte beeinflussen unsere Geschäftstätigkeit.
Martin Krahl, Geschäftsführer Betrieb
„Unser Handlungsspielraum für Energieeinsparungen ist teilweise eng, da unsere Verbräuche an die Umschläge je Produktgruppe
gekoppelt sind.“
(GRI 306-3) Abfallstatistik:
(1) Menge entstand aus Abholung von Schlammfang.
(2) Für die Schwankung ist die Abhängigkeit vom Gebinde Kaffee verantwortlich.
(GRI 306-1, GRI 306-2) Auch im Fokus Abfallmanagement bewegt sich J. MÜLLER in einem Spannungsfeld:
Sowohl die Menge als auch die Art der Abfälle hängen stark von den Aufträgen und den einzelnen Umschlagsprozessen ab. Außerdem gehört das Entsorgen kundenseitig anfallender Abfälle zu unseren Dienstleistungen.
1. Art der Güter
2. Art der Verpackungen
3. Art des Umschlags
→ Diese drei Punkte beeinflussen das Abfallmanagement. Auf die Abfallmengen selbst hat J. MÜLLER keinen direkten Einfluss. Hier sind Kommunikation, Austausch und Aufklärung entlang der gesamten Lieferkette wichtig: In Zusammenarbeit mit unseren Kunden suchen wir kontinuierlich nach Möglichkeiten der Optimierung, Reduzierung und stofflichen Verwertung. Das Abfallkonzept überarbeiteten wir zuletzt 2022.
Bei der starken Schwankung der Getrenntsammelquote in Brake im Jahr 2022 handelt es sich um einen Sonderfall: Aufgrund eines Abrisses entstand Bauschutt. Dieser zählt zu den nicht getrennten Abfallmengen.
Christina Meyer, Leitung Qualitäts- & Umweltmanagement/Qualitätssicherung
(GRI 306-2) „Zum Erreichen von Umweltzielen brauchen wir Informationen. Damit diese verfügbar sind, analysieren und bewerten wir regelmäßig die Energieverbräuche, das Abfallaufkommen sowie umweltbelastende Emissionen.“
Projekte, Ziele und Maßnahmen
Status und Ausblick hinsichtlich Klimaschutz
(GRI 305-1, GRI 305-2) Beim vorliegenden Bericht handelt es sich um den zweiten Nachhaltigkeitsbericht von J. MÜLLER. Wir gehen bei der Erstellung – gemäß unseren Führungsgrundsätzen – sachorientiert sowie schrittweise vor. Wir greifen auf bestehende Prozesse zurück, etablieren aber auch völlig neue Prozesse. Das bedeutet für den Umfang des Berichts:
→ Wir können Zahlen berichten, jedoch nicht alle.
→ Hier sind die Energieverbräuche für den Energieträger Diesel zu sehen: In zukünftigen Berichten möchten wir die Verbräuche weiterer Energieträger ebenso berichten. Wir möchten mehr Energieträger aufgeschlüsselt nach Produktgruppen zeigen.
→ Auch die Gesamt-THG-Emissionen aus Scope 1 und 2 möchten wir berichten. Ebenfalls den Gesamt-CO₂-Fußabdruck von J. MÜLLER.
Die Energieträger Strom und Fernwärme fallen unter Scope 2. Alle weiteren Energieträger gehören zu Scope 1.
So gehen wir mit Scope 3 um:
(GRI 305-3) Wir orientieren uns in diesem Nachhaltigkeitsbericht an der Studie Guidance for Greenhouse Gas Emission Footprinting for Dry Bulk Terminals. Laut Studie vermuten wir, dass die Emissionen in Scope 3 weniger als 1 % ausmachen. Daher halten wir die THG-Emissionen aus Scope 3 für diesen Bericht vernachlässigbar. Das kann sich in Zukunft ändern – je nachdem, wie sich Daten und Technik entwickeln.
(GRI 305-5) Projekte, Ziele und Maßnahmen
➤ Blick auf die Maßnahmen:
Photovoltaikanlage im Seehafen Brake
Auch J. MÜLLER nutzt jetzt die Energie der Sonne, um Strom zu erzeugen: Die Photovoltaikanlage ist die größte in den niedersächsischen Häfen. Das macht sie zu einem wichtigen Meilenstein für die Energieversorgung von J. MÜLLER und der Region.
Am 12.04.2024 wurde die offizielle Einweihung Photovoltaikanlage im Seehafen Brake gefeiert. Die Veranstaltung markiert einen bedeutsamen Meilenstein in der nachhaltigen Energieversorgung des Unternehmens und der Region.
Dachflächen für die Energiewende nutzen
Eine klimafreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung braucht erneuerbare Energien. Neben Wind- und Wasserkraft ist vor allem die Photovoltaik eine wichtige Säule der Energiewende. Das zeigt auch ein Blick in die Statistik:
Der Anteil von Photovoltaik an der Stromerzeugung wächst. Im Jahr 2021 lag er in Deutschland bei 9 Prozent. Im Jahr 2022 stieg der Anteil auf 11 Prozent.
Eine Zunahme zeigt sich auch in Niedersachsen: Im Jahr 2023 stieg die installierte Leistung auf über 1.400 Megawatt. Das ist doppelt so viel wie im Jahr zuvor.
Die J. MÜLLER Photovoltaikanlage
hat eine Gesamtfläche von 62.100 m² und umfasst zehn Hallendächer.
besitzt eine Leistung von 12,8 MWp.
vermeidet jährlich 5.804 tCO₂ Emissionen.
Wichtige Daten im Überblick
Bei der Energiewende sind nicht nur private Hauseigentümer gefragt. Vor allem Unternehmen tragen hier eine große Verantwortung. Denn sie haben viel größere Hebel zur Hand: Schätzungen zufolge liegt das Potenzial auf Dachflächen von Logistik- und Industriegebäuden, die mindestens 5.000 m² groß sind, bei 3.000 Megawatt.
Wer den Seehafen Brake schon einmal aus der Luft gesehen hat, weiß: Uns steht viel Dachfläche zur Verfügung. Viel Platz für Solarmodule!
Seit dem Jahr 2023 nutzen wir genau dieses Potenzial: Auf einer Gesamtfläche von 62.100 m² befindet sich nun eine große, leistungsfähige Photovoltaikanlage.
Damit ist ein weiterer großer Schritt der Transformation des Seehafens Brake geschafft: Die Anlage verbessert nicht nur den CO₂-Fußabdruck. J. MÜLLER produziert jetzt auch mehr als 30 Prozent des benötigten Stroms auf eigenen Dachflächen.
Cedric Witten, Bereichsleiter Technik/IT der J. MÜLLER Weser GmbH & Co. KG
„Unsere Photovoltaikanlage wird dazu beitragen, unseren CO₂-Fußabdruck zu verbessern.“
Ökologie und Ökonomie im Zusammenhang:
die Fahrrinnenanpassung der Unterweser Nord
(GRI 2-15) Das ist geplant:
Anpassung der Unterweser (Nord) von Kilometer 40 bis Kilometer 65 auf 25 km Länge
(GRI 304-2) Die Weser ist Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig ist sie als Verkehrs- und Transportweg eine wichtige Lebensader unserer Region. Damit dieser Weg nutzbar bleibt, muss er mit wasserbaulichen Maßnahmen ausgebaut werden. Dies geht das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee (WSA WJN) mit den Projekten Außenweser und Unterweser (Nord) an. Wichtig zu wissen: Die Unterweser (Nord) ist in die Ausbauabschnitte km 40 bis km 55 („Transportkörperstrecke“) und km 55 bis km 58 („Schlickstrecke“) unterteilt. In einem dritten Abschnitt von km 58 (Bremerhaven) bis km 65 (Nordenham) finden keine Ausbaubaggerungen statt, da die Fahrrinne in diesem Bereich bereits ausreichend tief ist. Bei den Bauarbeiten an der Unterweser (Nord) wird nicht das gesamte Fahrwasser angepasst. Die Maßnahmen beziehen sich nur auf die Fahrrinne für den Schiffsverkehr. Es sind außerdem keine Strombaumaßnahmen und keine Veränderung der Fahrrinnenbreite geplant.
Aktuell können Schiffe mit einem Tiefgang von 11,90 m die Unterweser (Nord) tideabhängig befahren. Nach der Anpassung sollen Schiffe mit einem Tiefgang von 12,80 m den Hafen Brake tideabhängig erreichen können.
Jan Müller, Vorstandsvorsitzender
„Brake nimmt beim Umschlag von Gütern der Ernährungswirtschaft eine exponierte gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Sinne der Sicherstellung der Versorgungssicherheit für den Standort Deutschland ein.“
➤ Warum ist die Anpassung nötig?
Ökonomie
Der Schifffahrtsweg Weser ist in weltweite Logistikketten eingeflochten. Das macht ihn für die deutsche Volkswirtschaft systemrelevant. Die Fahrrinnenanpassung sichert seine Funktion für die Zukunft. Leistungsfähige Seehäfen tragen zur Diversifizierung bei: Das reduziert Risiken im Handelsumschlag. Zudem sichern sie Arbeitsplätze in der Region und im Bundesgebiet.
Ökologie
Die zeitnahe Fahrrinnenanpassung der Unterweser Nord ist eine notwendige Maßnahme zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung. Denn sie reduziert Verkehre und verlagert Lkw-Fahrten auf den Wasserweg. Sie minimiert Unterauslastungen von Schiffen. Sie trägt zur CO2-Reduzierung bei, weil beim Transport weniger Umwege nötig sind.
➤ Darum ist die Anpassung für den Standort Brake wichtig
Der Hafen Brake nimmt mit dem Umschlag von Gütern der Ernährungswirtschaft eine exponierte gesamtgesellschaftliche Aufgabe für den Standort Deutschland wahr und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit und des Verbraucherschutzes.
Weltweit nehmen die Krisensituationen zu. Das stellt J. MÜLLER und den Standort Deutschland vor neue Herausforderungen. Das betrifft auch den Ausbau der Hafenanlagen.
Hafenanlagen ausbauen, Energiewende umsetzen und Energieversorgung sichern: Diese drei Handlungsfelder sehen wir als nationale Aufgaben. Die Fahrrinnenanpassung der Unterweser Nord gehört für J. MÜLLER ausdrücklich zum Ausbau der Hafenanlagen.
➤ Zum Umweltschutz
Nach der Fahrrinnenanpassung wird eine erhebliche Reduktion der Schadstoffemissionen erwartet, etwa weil weniger Lkw auf den Straßen unterwegs sein müssen. Stattdessen können vermehrt die Schiene und das Binnenschiff genutzt werden. Der Lebensraum
Weser muss auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben. Das ist dem Vorhabensträger (Wasser- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee), allen am Verfahren Beteiligten und J. MÜLLER bewusst. Die Auswirkungen auf den Fluss werden im Vorfeld durch den Vorhabensträger analysiert (z. B. Veränderungen der Grundwasserstände, des Strömungsverhaltens oder Salzgehalts) und die Planungen angepasst. Die durch das Vorhaben ausgelösten Umweltbeeinträchtigungen werden im Lichte des bestehenden Umwelt- und Naturschutzrechtes abgewogen. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich die Aufhebung des Verfahrens nach dem Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz (MgvG) und die Fortführung in einem „normalem“ Planfeststellungsverfahren. Es gilt ohne Einschränkungen der Grundsatz: Vermeiden – Minimieren – Kompensieren. Zum Interessenausgleich Betroffener setzen wir auf einen institutionellen Dialog – unter Federführung des Landes Niedersachsen.
CO₂-Äquivalente der Verkehrsträger